Marie Fojtová, 25. April 2010

er Maiausflug fand in diesem Jahr schon im April statt. Anlaß war die Ausstellung der Fotografien unseres Mitgliedes Gerd Hanak in der Südmährischen Galerie im Museum der Stadt Retz. Diese Ausstellung „Südmähren aus der Vogelperspektive“ wurde am 17. April eröffnet.
Der DSKV hat einen Bus bereitgestellt und es beteiligten sich etwa 30 Personen an dieser Fahrt. Wir hatten ja zuerst Angst, weil uns nur ein großer Bus zur Verfügung stand, aber dann konnten wir uns doch über die rege Teilnahme freuen und der Bus war halbwegs voll besetzt. Wir starteten pünktlich um 13 Uhr.
Die Fahrt ging über die Autobahn bis Pohrlitz und dann weiter Richtung Znaim. Unterwegs machten wir einen kleinen Umweg um den Geburtsort von Gerd Hanak zu sehen. Wir erreichten Retz rechtzeitig. Im Hof des Museums waren Tische aufgestellt und Wein wurde auch schon ausgeschenkt.
Im Saal, in dem die Ausstellung eröffnet werden sollte, stand ein Flügel. Darauf spielte unser Rafael Schwarzenegger sozusagen eine ungeplante Ouvertüre und überbrückte so die Wartezeit, bis alles bereit war (manche meinten hinterher, sie hätten dem Spiel von Rafael noch gerne länger zugehört!).
Die „Deutsche Singgruppe Brünn“ begann mit einem Lied, Herr Karl Heilinger, der Bürgermeister der Stadt Retz, begrüßte die zahlreichen Gäste und bekundete die Verbundenheit des Retzer Landes zu Südmähren. Es folgten abwechselnd Lied und Gedichtvorträge durch Magda Beranek und Michaela Knapek. Gerd Hanak erklärte den Gästen, warum er die Fotos machte, nämlich um eine Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart zu bauen. Er las auch eine Passage aus dem Buch „Mähren“ von Lillian Schacherl vor. Dieser offizielle Teil wurde beschlossen mit dem launigen Lied „Muj mili Pepicko“.
Bevor man sich dann dem Retzer Wein widmen konnte, machte Gerd Hanak noch eine Führung durch die „Südmährische Galerie“ und die Fotoausstellung.
Die „Südmährische Galerie ist eine Stiftung von Dr. Hellmut Bornemann. Dr. Bornemann sammelte sein ganzes Leben lang Kunstgegenstände und Bilder, die entweder von südmährischen Künstlern geschaffen wurden, oder von Künstlern, die in Südmähren gewirkt haben. Diese seine, zunächst private Sammlung, brachte er in die „Dr.Hellmut Bornemann-Stiftung“ ein, die auch die Betreiberin der Galerie ist. Es gibt dort auch eine Ecke, die dem Schriftsteller Charles Sealsfield gewidmet ist, der bekanntlich als Carl Postl in Poppitz bei Znaim geboren wurde und in Amerika berühmt wurde. Glanzpunkt ist der Raum mit den Bildern von Othmar Ruzicka, da
er zwar in Wien geboren wurde, aber lange Jahre in Guttendorf in Südmähren lebte.
Nicht vergessen werden darf die wundervolle gotische Pieta, die sinnvoll vor einem Bogenfenster platziert ist und die Besucher durch ihre stille Anwesenheit beglückt.
Bei der Führung durch die Fotoausstellung bröckelte langsam der Teilnehmerkreis ab, denn vor der Türe wurde Wein ausgeschenkt, der viele anzog. Man sah aber auch dann noch manche Gäste mit dem Glas in der Hand durch die Ausstellung wandeln.
Es wartete noch ein angenehmer „Pflichtteil“ auf die Brünner Gruppe: Eine Führung durch die Retzer Unterwelt, d.h. durch die unterirdischen Gänge, die sich unter der Stadt befinden und eine Länge von insgesamt ca. 20 km haben. Im Gegensatz zur benachbarten Stadt Znaim ist Retz „auf Sand“ gebaut. Unser Führer erklärte uns, daß diese 30 m dicke Sandschicht entstand, als sich dort einst ein Meer ausbreitete. Auf diese Sandschicht lagerte sich dann eine 1-2 m dicke Lösschicht ab, die Wasserundurchlässig ist und so die Sandschicht schützt. Nach gut 11/4 Stunden erreichten wir fast den Ausgang. Bevor wir aber an die frische Luft kamen, durften wir noch den Retzer Wein in genießen, der dort zur Belohnung für den Anstieg über immerhin 81 Stufen auf die Kellerbesucher wartete.
Im Hof des Museums trafen wir wieder den Rest unserer Gesellschaft, denn nicht alle gingen mit in die Unterwelt. Manche, weil sie schlecht zu Fuß sind, manche, weil sie die seltene Sonne in einem der Cafes am Hauptplatz genießen wollten, manche, weil sie sich nicht vom Weinausschank trennen konnten.
Auf der Heimfahrt nach Brünn konnten wir noch den mitgebrachten Wein aus der Kelter von Pavel Manesku, dem Sohn unserer „Klavierspielerin“ Ruth und auch die mitgebrachten belegte Schnitten genießen.
Ein gut angelegter Tag ging dann in Brünn zu Ende.