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Ein Kurzkommentar zu dem gestrigen Bericht
Wie wächst Europa zusammen – wächst es noch?
AF, 24. März 2008
as Forum der Ackermanngemeinde gibt es seit vielen Jahren und immer überzeugt es durch den Willen zur Verständigung. In Brünn gab es diese Veranstaltung erst zweites Jahr. Es war gerade die ehemals deutsche Stadt Brünn die letztes Jahr die Veranstalter an die Tatsache erinnerte, daß der Nationalismus gar nicht aus Europa verschwunden ist. Die Warnungen an die Veranstalter in der Stadt nicht zu viel sichtbar zu werden, die Übergriffe einiger Teilnehmer, ...
Die Verständigung der Völker ist ein wichtiger und ehrwürdiger Prozeß, ist aber stets an einer fester staatlichen Festlage zu erfolgen. Man kann sagen, daß die Verständigung ohne ein funktionierendes Staatsgebilde von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Erst wenn Staaten beginnen zu schrumpfen und zu zerfallen, dann bietet sich der fruchtbare Boden für Völkerhaß und Nationalismus. Auch das war als gewisse Skepsis der Redner zu spüren. Wenn die Veranstalter heuer auf die jüngere, idealistische Generation gesetzt haben (man nennt den Bildungsminister Liška), haben sie die Karte von der anderen Seite gezogen. Die Jugend ist unerfahren, glaubt an Ideale und ist in den Augen von einigen der Hoffnugsträger der Zukunft. Wenn die Veranstalter diesmal mit den Studenten der dortigen Masarykuniversität zusammen gearbeitet haben, war das die perfekte Antwort auf die Versuche den Verständigungsprozeß zu stören. Denn es war gerade ein eingeladener hochkarätiger Vertreter der Masarykuniversität der letztes Jahr mit seiner ungewaschener Rede die deutschen Gäste in Verlegenheit versetzt hatte. Zu Verständigung muss es immer zwei geben. Die Ackermann-Gemeinde bemüht sich an der deutschen Seite seit Jahren, dagegen mangelt es immer noch an der tschechischen Seite. Die Worte des Bildungsministers Liška über die Wichtigkeit der Deutschkenntnisse und des deutsch-tschechischen Schüleraustausches sind nur ein schwacher Trost für die schmerzenden Stellen in der gemeinsamen Geschichte. Beides gab es schon früher, in der durch den Nationalismus geprägten Tschechoslowakei, ja sogar schon in der Monarchie.

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