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Sehr persönliche Eindrücke vom „Dialog in der Mitte Europas“
Wie wächst Europa zusammen?
Markwart Lindenthal, 23. März 2008
„Von der deutschen zur tschechischen Ratspräsidentschaft“.
(14. bis 16. März 2008 in der Brünner Redoute am Krautmarkt.)
ie diesjährige Veranstaltung war der Hinwendung zu Europa und zur Völkerverständigung gewidmet. Obwohl der blendende Hauptvortrag des ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden Württemberg, Erwin Teufel, mit Hitler und der Vertreibung und auch mit der Charta der Heimatvertriebenen begann, stellte er die offiziellen Bemühungen und Aktivitäten um die Organisation von Europa gut strukturiert dar.
Foto: M.Lindenthal
Foto: M.Lindenthal
Nicht alle Eindrücke aus der hochkarätig besetzten Tagung am Freitagabend und am langen Samstag konnte ich vollständig festhalten, so umfangreich war die Fülle der Informationen. Besonders interessant der Überblick über die wirtschaftliche Situation der Tschechischen Republik im EU-Verbund, dargeboten durch den tschechisch-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler und Klaus-Gegenkandidaten für die Präsidentschaftswahl der CZ, Prof. Švejnar; aber auch die Berichte des heutigen tschechischen Ministers für Schulwesen, Ondřej Liška, und vieler anderer Podiumsvortragenden. Bildungsminister Ondřej Liška betonte z. B. die Bedeutung der Kenntnisse der deutschen Sprache bei tschechischen Jungbürgern (und umgekehrt) im Hinblick auf eine gute Nachbarschaft. (in seiner Familie wird deutsch gesprochen, denn seine Ehefrau stammt aus Südtirol!) Auch unter dem Aspekt der heutigen Globalisierung, die weitere Sprachkenntnisse voraussetze, sei dies ein wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit.
Darüberhinaus war interessant zu beobachten, welche Wege die Veranstalter, die angesehene Ackermann-Gemeinde und die Bernard-Bolzano-Stiftung in ihrer gesamten Arbeit einschlagen: Ein Masaryk-Universitäts-Studenten-Wettbewerb um Ideen und Konzepte zur EU Ratspräsidentschaft, dessen Ergebnisse, Berichte und Prämiierung der Preisträger waren einer der Hauptpunkte der Veranstaltung.
Aber richtig hellhörig machte der Sonntagvormittag. Wovon war die Rede?
Von deutsch-tschechischem Schüleraustausch, von deutsch-tschechischer Spracherziehung der Kinder, von zweisprachigen Kindergärten, von grenzüberschreitenden Verkehrsmitteln im bayrisch-tschechischem Grenzgebiet, von anderen ähnlichen Bildungsprojekten, die mit EU-Mitteln gefördert werden sollen und werden. Entsprechend jung war schon die Besetzung des Podiums. Das erweckte die Hoffnung, daß nun endlich die Jugend zum Zuge komme, nicht immer nur die Klagen der Alten – zu denen ich mich noch nicht hingezogen fühle, obwohl auch ich mich inzwischen mit meinem Rentenantrag beschäftige.
Mein Sohn Volker, noch nicht 23, Student der Politischen Wissenschaften und der Volkswirtschaft in Freiburg, begleitete mich und fühlte sich wohl dabei, denn er war einer unter vielen Teilnehmern seiner Generation und traf sogar einige ihm schon von anderen Auslandsexkursionen bekannte Gesichter.
Eindeutig einig waren sich die Diskutierenden darüber, daß ohne persönliche Kontakte keines der Projekte, Unternehmungen oder auch europaweite Verständigung möglich ist. Persönliche Kontakte seien unabdingbare Voraussetzung zu den dargestellten übergeordneten Zielen. Kenntnisse der deutschen und der tschechischen Sprache – die mir leider vollkommen fehlen – seien dabei von größtem Vorteil.

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