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Politik in Tschechien
Der Fürst von Schwarzenberg und die Beneschdekrete
22. Dezember 2006
schechien hat seit Sommer immer noch keine Regierung, der vom Parlament das Vertrauen ausgesprochen wurde. Der designierte Premierminister Topolánek war vorgestern beim Präsidenten Václav Klaus, um seine Vorstellung einer Koalitionsregierung vorzutragen. Daß er so schnell vom Prager Hradschin wieder zurückkommen werde, hat er wohl nicht erwartet.
Der Fürst Karl
von Schwarzenberg
Der Fürst Karl
von Schwarzenberg
Seine Ministerliste wies der Präsident in einer ungewöhnlich kritischen Rede ab. Die Presse munkelt, es hänge mit der Absicht zusammen, Karl von Schwarzenberg zum Außenminister zu machen. Der Präsident sagte: er könne sich, schon wegen der (stark belasteten) Beziehungen zu Österreich, Schwarzenberg als Minister gar nicht vorstellen. (Österreich will seit kurzem Tschechien wegen des Atomkraftwerks Temelín verklagen.)
Die Zeitung Lidové Noviny hatte dem Fürsten die Frage gestellt: Wären sie für die Abschaffung der Beneschdekrete?
Antwort Schwarzenbergs: Nicht für die Abschaffung, aber wir sollten schon einmal sagen, daß das, was geschehen ist, nicht zu den lichten Seiten unserer Geschichte zählt. Wir sollten Mitleid mit den unschuldigen Opfern äußern, nicht nur in Aussig, auch woanders. Es sind schrecklichen Dinge geschehen. Ich weiß nur, wie viele unserer Angestellten davon betroffen waren.
     
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