1. Dezember 2006
Die Tschechoslowakei hielt sich immer für eine beispiellose Demokratie im Europa. Nur, wie die Fakten in einem Bericht aus damaliger Lokalzeitung in Mähren beweisen, war alles ein bisschen anders:

ine Bilanz über den Bestand an Mittelschulen (ohne Lehrerbildungsanstalten) auf dem Boden der Tschechoslowakei ergibt, daß zu Beginn des Schuljahres 1935/1936 73 Anstalten mit deutscher Unterrichtssprache den Schulbetrieb eröffneten. Da es zu Beginn des Schuljahres 1912/13 noch 103 waren, ergibt sich für das Sudetendeutschtum ein Verlust von 30 Anstalten!
Insgesamt sind in diesem Zeitraum verloren gegangen: 29 Gymnasien, 21 Realschulen und 6 Mädchenreformrealgymnasien (früher Lyzeen). Zugenommen hat der Bestand an Realgymnasien mit 21 (vorwiegend durch Umwandlung und Zusammenlegung der Gymnasien und Realschulen) und der an Reformrealgymnasien für Knaben mit 5.
Interessant ist, daß es im Jahre 1912/13 in der Slowakei keine Mittelschule mit deutscher Unterrichstsprache gab, daß aber im Stand für 1935/36 2 Realgymnasien und ein Reformrealgymnasium mit deutscher Unterrichtssprache geführt werden. Das Reformrealgymnasium (es handelt sich um das von Leutschau) wird allerdings aufgelöst. Da im Auftrag des Unterrichtsministeriums eben auch die deutsche Realschule in Mähr.-Ostrau durch die etappenweise Auflösung betroffen wird, erhöht sich der Verlust an deutschen Anstalten von 30 auf 32!