23. Oktober 2006
Brünner Primator (links) und seine Mitarbeiter
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ast 12 Monate lang hat man auf dem Brünner Großen Platz gearbeitet. Am 18. Oktober war es dann so weit. Primator Svoboda erklärte feierlich, zusammen mit anderen Brünner Politikern, den Platz für geöffnet. Den ganzen Tag erklang auf dem Platze Musik. Abends kam dann noch ein Feuerwerk und eine Lasershow dazu.
Neben der renovierten Marien- oder Pestsäule gibt es auch einen neuen Brunnen, über dessen spektakuläre Funktion wir noch berichten werden, denn man kann ihn erst bei Tageslicht im Betrieb sehen.
Der Platz war in den Abendsstunden dicht gefüllt und es waren überwiegend junge Leute, die sich die Show nicht entgehen lassen wollten. Nach den üblichen Kurzansprachen und einigen Musikstücken der hiesigen Popsänger war es dann dunkel genug, so daß das Feuerwerk beginnen konnte. Zuerst fuhr noch die alte Karoline (die Brünner Straßenbahn aus dem 19. Jahrhundert) zweimal über den Platz.
Es begann mit Feuereffekten über dem, in Gedichten des tschechischen Dichters Skácel beschriebenen Brunnen. Es war schön, die Musik war passend und gefällig. Dam kam der zweite Teil. Die Musik änderte sich plötzlich, Hardrockmelodien erklangen und das Feuerwerk wurde zum Wirbelsturm der Flammen. Riesige Feuerbälle und Feuerkreise drehten sich schnell in der Luft, der Rauch war überall um die Mariensäule, man konnte meinen die Hölle öffnet sich. Man muß die Veranstalter dafür loben, daß die Feuerwerkkörper, die unmittelbarer nahe der Säule hochgingen, keinen Schaden anrichteten. Ob dieser zweiter Teil zu der neu renovierten und prächtig angeleuchteten Mariensäule paßte, mag dahin gestellt bleiben. Es war eben ein Spektakel für die schaulustigen jungen Leute, die der Pestsäule ohnehin keine größere Aufmerksamkeit schenkten. An das Feuerwerk schloß sich dann noch eine Lasershow an. Die Popmusik erklang weiter und veranlaßte die bummelnde Masse noch eine Stunde zu bleiben.
Die Zeitungen aber brachten die Veranstaltung in Zusammenhang mit der in zwei Tagen stattfindenden Wahl. Der Brünner Primator bekam reichlich Kritik dafür, daß er bei der ganzen Veranstaltung seine Bürgerliche Partei ins Spiel gebracht hat.
Der Platz ist neu gestaltet, man wird jedoch bald weiter bauen. Es sollen nämlich, zu den wenigen jetzt schon eingepflanzten Bäumen noch einige dazu kommen, außerdem auch noch Blumentröge.